Die Rheinstrasse

Rückershausen war früher ein wichtiger Knotenpunkt – nicht ohne Grund hat Rückershausen das Marktrecht erhalten. Einige historische Straßen führen nach, durch oder unmittelbar an Rückershausen vorbei. So z.B. die Eisenstraße, die Alte-Kemel-Limburger Straße, die Hessenstraße und die Alte Poststraße.

Die ursprüngliche Rheinstraße in Rückershausen ist auch eine historische Straße, die in Richtung Dörsdorf die Alte-Kemel-Limburger Straße kreuzt oder ein Teil dieser Straße ist (eindeutige Aufzeichnungen konnten nicht gefunden werden) und vermutlich schon von den Kelten benutzt wurde. Oberhalb vom Neubaugebiet ist die Allee mit den seitlichen Fußwegen teils noch sehr schön zu erkennen.

Bis zum Bau der Grubenbahn wurde über die Rheinstraße wohl das Eisenerz auf Kutschen zum Rhein transportiert. Weiterhin wurde berichtet, dass Napoleon hier nach der Schlacht bei Leipzig 1812 von Russland zurück nach Frankreich zog. In anderen Aufzeichnungen steht: „Die Alte Rheinstraße war im Mittelalter ein Hauptverkehrsweg für Kaufleute auf ihren Reisen von Mitteldeutschland/Thüringen zum Rhein. Zu Napoleons Zeiten war sie ein viel benutzter Truppen- und Militärtransportweg. Nach dem Bau der Eisenbahn und der großen Landstraßen verlor sie Ihre Bedeutung.“

Die alte Rheinstraße war Gartenland und teils sogar eine wilde Müllhalde, bevor 1986 das Neubaugebiet im „Gansstück“ erschlossen und 27 Bauplätze ausgewiesen wurden. Fälschlicherweise wurde die neue Rheinstraße mit der Karlstraße zusammengelegt, und zeigt nicht mal mehr, wo es in Richtung Rhein geht. Die neue Rheinstraße ist die längste Straße von Rückershausen und zieht sich durchs Neubaugebiet, wo sehr viele junge Familien mit Kindern wohnen. Damit ist die Lage des Spielplatzes hier ideal.

Zur Folge hatte dies, dass viele Kinder zum Besuch des Kindergartens oder zum Erreichen des Schulbusses an der Buswendeschleife die Bundesstraße überqueren mussten. Um einen sicheren Übergang zu schaffen, wurde 1994 eine Ampelanlage an der B54 aufgestellt.

Verbesserungsbedürftig an der Ampelanlage ist der hohe Bordstein, der ein Überqueren mit Fahrrad oder Kinderwagen und auch für ältere Personen sehr schwer gestaltet.

Damit die historische Rheinstraße nicht in Vergessenheit gerät, wäre es denkbar, sie als Wanderweg auszuzeichnen.

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