Regionalnachrichten aus der Zeitung Aar-Bote

Rückershausen startet Dorferneuerung

Aarbergener Ortsteil kann ab 2009 von Fördergeld profitieren / Bescheid überreicht


Umgeben von politischer Prominenz überreichte Staatssekretär Winfried Seif (3.v.re.) den Förderbescheid für die Dorferneuerung in Rückershausen an Aarbergens Bürgermeister Udo Scheliga. Foto: wita / Martin Fromme

Vom 12.12.2008

RÜCKERSHAUSEN Der Aarbergener Ortsteil Rückershausen wurde in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen aufgenommen. Damit verbunden sind über viele Jahre hinweg Fördergelder für öffentliche und private Investitionsmaßnahmen.

 
Von

Thorsten Stötzer

In Rückershausen gab es bereits zwei Wochen vor Heiligabend eine respektable Bescherung. Umgeben von Weihnachtsbäumen und Sternenschmuck erhielten Aarbergens Bürgermeister Udo Scheliga (CDU) und Ortsvorsteher Harald Gabel (SPD) den Anerkennungsbescheid, der den Marktflecken ab 2009 am Dorferneuerungsprogramm teilhaben lässt.

Als Gabenbringer war Staatssekretär Karl-Winfried Seif (CDU) aus dem Landesministerium für Umwelt, ländlicher Raum und Verbraucherschutz ins Bürgerhaus gekommen. Neun Jahre lang dürfen die Rückershausener nun das Programm nutzen und auf namhafte Zuschüsse setzen.

"Wir haben schon viele Ideen entwickelt", berichtete Gabel, denn ein Arbeitskreis war bereits aktiv. Das Dach der alten Schule, in der heute der fast vollständig belegte Kindergarten untergebracht ist, steht beispielsweise weit oben auf der Wunschliste des Ortsvorstehers. Gerne möchte er das Gebäude von einer Solaranlage krönen lassen. Eine Überdachung wünscht er sich zudem für den Sauerwasserbrunnen. Bald soll ein Findling mit der Gravur "Antoniussprudel" dokumentieren, "dass sich etwas tut".

Die Buswendeschleife, möglicherweise ein Dorfplatz und ein Draisinenbahnhof, ein behindertengerechter Eingang am Bürgerhaus und Angebote für ältere Einwohner sind weitere Punkte, die Gabel auf einer Liste voller Gedanken führt.

Landrat Burkhard Albers (SPD) erinnerte daran, dass auch Privatleute über die Dorferneuerung an Zuschüsse gelangen können. Wie Seif erklärte, beträgt die Förderquote für Bürger bis zu 30 Prozent, während die Kommune auf 50 Prozent und mehr Landesgeld hoffen darf.

Dass so rasch Geld nach Rückershausen fließt sei nicht selbstverständlich, sagte Gabel, denn erst in diesem Jahr war als Vorstufe die erstmalige Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" erfolgt. Von einer "flotten Geschichte" sprach daher Bürgermeister Scheliga und Staatssekretär Seif von einer "Blitzkarriere".

"Dorferneuerung ist ein demokratischer Prozess", stellte Gabel fest und so steht zunächst eine Moderationsphase an. Ein "Wir-Gefühl" in den Reihen der 850 Einwohner Rückershausens soll über den neunjährigen Prozess hinaus wirken. Die "Revitalisierung und Stärkung dörflicher Gemeinschaft" nannte Landrat Albers als Schwerpunkt. Hessenweit rücken 2009 übrigens 38 Orte ins Förderprogramm auf, der Rheingau-Taunus ist nach Ministeriumsangaben dann neunfach vertreten.

Innerhalb Aarbergens löst Rückershausen den Ortsteil Daisbach in der Dorferneuerung ab. Seif legte dar, welche Summen bis einschließlich 2007 in Daisbach bewegt wurden. Demnach belaufen sich die privaten Investitionen - dahinter stecken 33 Maßnahmen - und die öffentlichen auf knapp zwei Millionen Euro insgesamt. Die Zuschüsse vom Land machen 940000 Euro aus.

Quelle: http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/objekt_a.php3?artikel_id=3555119

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