Kühe, Küken und Kartoffeln


11.08.2009 - AARBERGEN

Von Thorsten Stötzer

LANDWIRTSCHAFT Henriettenhof öffnet seine Stalltore für Besucher / Volksfestcharakter überwiegt


Mit seinen prächtig geschmückten Kaltblütern besuchte Karlheinz Meckel aus Rückershausen das Henriettenhof-Fest und lenkte viele Blicke auf sich. Foto: wita/Martin Fromme


Die kleinen Stars des Hoffestes tummeln sich im roten Licht eines Wärmestrahlers. "Wir haben das Kinderprogramm wieder aktiviert", berichtet Gerhard Schmitt, der Besitzer des Henriettenhofes bei Kettenbach. Allerlei Kükenarten präsentiert er deshalb speziell für die jüngsten Besucher im Stall und auf der Wiese. Dazu gibt es ein Quiz und einen Malwettbewerb.

Das 18. Hoffest ist auch für Gerhard Schmitt ein besonderes. "Es ist wichtig, nach vorne zu schauen und wieder neue Ideen zu haben", erklärt er. Nach überstandener Krankheit begrüßt er seine Gäste daher mit sichtbarer Freude. Unaufhörlich könnte er winken, denn viele alte Bekannte sind auf den Hof gekommen und es bleibt immer mal Zeit für ein kleines Gespräch zwischen Freunden.

Traktoren und Frühschoppen

Begonnen hat das Fest samstags mit einem Traktorentreffen und einem bayerischen Abend. Mit einem Frühschoppen geht es tags darauf weiter. Die Familie Schmitt hat ihren Betrieb herausgeputzt und der Jahreszeit angepasst: Passend zur Erntesaison liegen Ährengarben auf den Tischen. Der Hofladen hat natürlich geöffnet, ein Schild wirbt für die hauseigene Wurst und den Honig.

Am nächsten Stalltor hängen bereits die ersten Beiträge zum Malwettbewerb. Blumen und ein Traktorfahrer, der Strohballen stapelt, haben die Kinder zu den kleinen Kunstwerken inspiriert. Ein paar Schritte weiter bietet sich zusätzliches Anschauungsmaterial. An Kühen und Schweinen schlendert das Publikum vorüber. Auch wenn der Henriettenhof kein Museum ist, so breitet sich doch eine Idylle aus, wenn Schwalben unter der Stalldecke entlangsegeln. Die Tiere und die Oldtimer-Schlepper sind natürlich die großen Anziehungspunkte.

Agrarfragen stehen aber nicht im Mittelpunkt an den beiden Festtagen. "Es überwiegt das volksfestartige, ähnlich wie bei einer Kerb", bestätigt Schmitt. Er stehe zwar gerne für Auskünfte bereit, doch der Bedarf sei offenbar gering. Vermutlich rücke die Landwirtschaft stärker in den Fokus, wenn sich am 3. Oktober der Henriettenhof mit einem großen Bauernmarkt am Programm des Aartal-Erlebnistags beteiligt.

Das Hoffest offeriert indes vielfältige Unterhaltung. Die Besucher schauen sich bei fliegenden Händlern um oder kaufen Frühkartoffeln ein. Schwere Kutschpferde stehen parat vor einer Reihe ihrer Nachfolger, den Traktoren der Nachkriegsdekaden. Schafe und Rinder weiden in der blassen Sonne, eine Kaninchenschau lockt in ein kleines Zelt am Rande.

Lange Schlangen bilden sich mittags am Essensstand. Spießbraten, Haxen und Hausmacher Wurst stehen auf dem Speiseplan. Das Bier vom Schaufertshof bei Katzenelnbogen fließt auf Wunsch sogar in Maßkrüge.

Bunte Mischung

Liebevoll zünftig und deftig wirkt das Hoffest auch wegen des Birkengrüns in allen Ecken. Die Gäste repräsentieren jedoch einen breiten gesellschaftlichen Querschnitt. Familien mit Kleinkindern sind ebenso zu sehen wie und Freizeitsportler im Radlerdress und Frauen im Dirndl

Quelle: http://www.wiesbadener-kurier.de/region/untertaunus/aarbergen/7224151.htm

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