Traktoren faszinieren Groß und Klein
26.10.2009 - AARBERGEN
Von Ilse Heindrich
RÜCKERSHAUSEN Regionaler Bauernmarkt und Oldtimerschau bilden jetzt den Auftakt des Spektakels/Über 40 Kartoffelsorten

Mit der Sonne um die Wette strahlen konnten Marktausschuss und Traktorenclub "Die Oldies" in Rückershausen beim ersten Regionalen Bauernmarkt mit Oldtimerschau im Vorfeld des nunmehr 477. Rückershäuser Marktes. Der wird am Dienstag wieder viele Besucher in den Marktflecken locken.
In den Vorjahren hatte, abgesehen vom historischen Markttreiben im Jubiläumsjahr 2007, am Sonntag vor dem eigentlichen Marktgeschehen stets ein Flohmarkt die Traditionsveranstaltung eingeläutet. Doch dieser, so der Vorsitzende des Marktausschusses, Thomas Jung, hatte zuletzt nur noch wenig Beachtung gefunden. Die Veranstalter standen vor der Entscheidung: Entweder gar nichts mehr am Sonntag anbieten, oder einmal etwas ganz anderes machen.
"Wir wollten lieber etwas Neues ausprobieren", ergänzte "Marktvadder" Kai Dengler, der an der Spitze der rund 30-köpfigen Marktgesellschaft wesentlich an den praktischen Vorbereitungen beteiligt war. Die Veranstaltung eines regionalen Bauernmarktes war ein Teil der neuen Idee, die durch die Oldtimerschau, von den "Oldies" initiiert und organisiert, wesentlich bereichert wurde.
Das Experiment ist gelungen. Schon früh herrschte auf dem Parkplatz vor und neben dem Rückershäuser Bürgerhaus reges Treiben. Noch mehr Besucher kamen gleich anschließend in den Marktgottesdienst, in dem Pfarrer Heiko Wulfert die "Eitelkeit der Menschen" zum Thema gewählt und damit viele berührt hatte. Klein, aber fein präsentierte sich der Bauernmarkt mit Ständen, an denen es Honig und Blumen, weihnachtliche Dekoration und Krimskrams, Düfte und Seife, Käse, Felle und mehr zu kaufen gab.
Einer der interessantesten Marktstände kam aus Oberneisen und bot eine "Kartoffelschau" mit über 40 verschiedenen "zugelassenen" Sorten, ergänzt durch etliche alte Sorten, die heute weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Der Landwirt, der die Kartoffelvielfalt selbst züchtet, erklärte gerne Eigenschaften, Unterschiede und "Industrietauglichkeit", die nach seinen Angaben viel mit der Beschaffenheit der Schale zu tun hat.
Aktuell sehr gefragt, so wusste er zu berichten, sind die Blaue Elise und die Rote Emma, deren Inneres ihrem Namen alle Ehre macht und auch beim Kochen die jeweilige Färbung nicht verliert.
Vielleicht hatten etliche "Oldies" am frühen Sonntagvormittag schon Angst, mit ihren eigenen Uralt-Traktoren allein zu bleiben. Aber die war unbegründet, denn nach und nach kamen aus der Umgebung noch viele Hobbyfreunde mit ihren altehrwürdigen Veteranen angefahren. Die meisten der Traktoren stammten aus den 50er und 60er Jahren, und so mancher von ihnen mag sein Weiterleben nur der Begeisterung eines Oldtimerfans verdanken. So wie das Prachtexemplar von Karlheinz Merkel, das vor einigen Jahren als "Schrotthaufen" seinem heute stolzen Besitzer in die Hände fiel.
Wie üblich interessierten sich besonders die Männer für die alten Traktoren - angefangen bei kleinen Buben, die sich liebend gern hinters Lenkrad setzten.
Auch die Reihe der alten Motorräder wurde im Laufe des Vormittags immer länger, und die chromblitzenden Auto-Schätzchen, mit denen der Bad Schwalbacher Club die Schau bereicherte, ließ auch weibliche Augen glänzen. So wetteiferten schließlich viele Aussteller um Preise und Pokale, die am Ende vergeben werden konnten.
Freilich hatten Marktausschuss, Marktgesellschaft und Traktorenclub auch dafür gesorgt, dass die Besucher weder Durst noch Hunger leiden mussten. Dass Kinder sich nicht langweilen mussten, dafür sorgten unter anderem ein kleines Karussell und sehr engagiert die Marktburschen mit Nageln, Dosenwerfen und anderen lustigen Angeboten.
Der Marktausschuss lud in der Mittagszeit zum Entenrennen ein und hatte für sehr junge Besucher eine Mal-Station im Bürgerhaus eingerichtet, die aber angesichts des schönen Wetters wenig genutzt wurde. Wer sich ein Los gekauft hatte, konnte einen schönen Preis gewinnen.
Quelle: http://www.wiesbadener-kurier.de/region/untertaunus/aarbergen/7749097.htm