Jung, modern und sangesfreudig
25.11.2009 - AARBERGEN
Von Ilse Heindrich
RÜCKERSHAUSEN Gemischter Phoenix-Chor feiert 10. Geburtstag

Ohne große Reden, aber mit viel Musik, Schwung und gute Laune feierte der Gemischte Chor Phoenix Rückershausen am Samstag im Bürgerhaus sein zehnjähriges Bestehen.
Wenn ein Verein seinen runden Vereinsgeburtstag als "10-sation" ankündigt, könnte das darauf schließen lassen, dass die Mitglieder ursprünglich mit einem so langen Vereinsleben gar nicht gerechnet haben. Beim Fest im Bürgerhaus aber präsentierte sich der Chor quicklebendig und voll Freude an der Gemeinsamkeit und am Gesang.
"Wir sind ein junger, moderner gemischter Chor", umriss die Vorsitzende Ude Bodenheimer im Gespräch den Charakter des Vereins, "wir wollen kein traditioneller Chor sein, lieber eine Art Spaßchor, vereint durch die Freude am Singen". Entsprechend ist "Phoenix" kaum bei Freundschafts- oder Wertungssingen zu hören, eher beim Mitwirken an Vereinsfesten in und um Rückershausen. Das letzte eigene Konzert liegt rund drei Jahre zurück.
Fotowände im Bürgerhaus erzählten von Festen, von Ausflügen und Chorwochenenden der zurückliegenden zehn Jahre. An diesem Abend freute man sich, dass die Vorsitzenden anderer Rückershäuser Vereine mit dem Marktausschuss-Vorsitzenden Thoma Jung sowie Ortsvorsteher Harald Gabel und ein Vertreter des Landrats zur Geburtstagsfeier gekommen waren, erwartete von ihnen aber keine Grußreden oder andere Jubiläums-typischen Riten. Dafür begann man pünktlich mit einem schwungvollen Programm, das die zahlreichen Besucher im vollen Bürgerhaus erfreute. Der begeisterte Applaus bewies es.
Harry Weil und Berny Ott fungierten als Moderatoren und sorgten dabei für einen flotten Ablauf. Mit eigenen Gesangsvorträgen bewies der seit 2004 von Andreas Wollner geleitete Chor die Vielseitigkeit seines Repertoires, das von Gospels über bekannte Lovesongs bis hin zur Popmusik reicht.
Dabei bewiesen die Sängerinnen und Sänger bisweilen beachtlichen Mut beim Vortrag von Liedern wie "For the Longest Time" (Billy Joel), "The Mighty Quinn" (Bob Dylan), "Halleluja Just I Love Her" (Ray Charles) oder Eric Claptons "Tears in Heaven", die schließlich jeder im Ohr hat - allerdings ganz anders. Doch die Interpretationen gefielen, wie der anhaltende Applaus der Zuhörer bewies.
Das galt auch für die anderen Titel, etwa "Let us Break Bread Together", das besonders mitreißende Zulu-Lied "Inzuna Landula" oder "Hymn" von Barclay James Harvest. Als "Tribut an den klassischen Chorgesang" hatte Phoenix zudem die "Irischen Segenswünsche" im Programm, auf Deutsch gesungen, wie auch - selbstverständlich - "Nichts bringt mich runter" von Ich und Ich.
Auf der Suche nach zusätzlichen Stimmen für seinen Chor hatte sich Andreas Wollner etwas Besonderes einfallen lassen: Sowohl vor als auch nach der Pause ließ er das Publikum auf den simplen Text "Najaba" eine mehrstimmige Weise einstudieren.
Mit beachtlichem Erfolg, so dass man meinen konnte, jeder und jede im Saal sei für eine Chorsängerkarriere geeignet. Auch Gäste wirkten im Programm mit und wurden begeistert gefeiert. Der "No Ma´am Club" aus Michelbach, als lokale Attraktion angekündigt, zeigte eine temperamentvolle Tanzdarbietung, die weit über das hinaus geht, was man von einem üblichen Männerballett erwartet.
Trotz "Humba Humba täterää" am Schluss zeigten die sieben einst beim Fußball vereinten Männer eine Leistung, die nur wenig mit Fastnacht zu tun hat. Nicht umsonst ist die Gruppe bei Wettbewerben erfolgreich.
Richtig ablachen konnte das Publikum beim Auftritt der "Stefgregs". Während Phoenix fast nur in englischer Sprache sang, zwängten Gregor Kilian und Stefan Hartmann Ohrwürmer aller Couleur in selbst gebastelte und gut gereimte deutsche Texte, die manchmal an die Grenze, aber in jedem Fall an die Lachmuskeln gingen. Die beiden sehr musikalischen Ulknudeln glänzten mit guten Stimmen, Stefan Hartmann tat sich besonders als Musikinstrument beim A-Capella-Gesang hervor.
Als guter Gastgeber hatte der Jubiläumschor selbstverständlich dafür gesorgt, dass der Magen der Geburtstagsgäste nicht leer und die Kehlen nicht durstig bleiben mussten. So blieb man auch nach Programmende noch gerne in gemütlicher Runde beisammen.
Quelle: http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/untertaunus/aarbergen/7928074.htm