Vom Plattenleger zum Hausmeister
29.03.2010 - AARBERGEN
KLEINKUNST Begge Peder tritt vor 250 Zuschauern in Rückershausen auf

(spo). Allein sein Anblick bringt das Publikum zum Lachen: Peter Beck alias der "Hausmeister" Begge Peder trat am Samstag im ausverkauften Bürgerhaus Rückershausen vor 250 Zuschauern mit seinem neuen Programm "Mir doch egal" auf.
Ganz ohne Maskerade erzählt er in rheinhessischem Dialekt seinen Werdegang vom Plattenleger, sprich DJ, zur Bühnenfigur des hässlichen Hausmeisters. Gleich darauf streift er eines seiner Markenzeichen den graublauen Arbeitskittel über. "Ich kann hier oben schon wieder den Arsch machen", stellt er fest, setzt einen schäbigen Schlapphut auf, drückt die alte Hornbrille auf der Nase zurecht und schiebt die schiefen Zähne in den Mund. Das Gebiss habe er sich extra von seinem Freund, einem Bad Schwalbacher Zahnarzt, anfertigen lassen. "Ein bisschen Begge Peder ist in jedem von uns", ruft er nach seiner Verwandlung dem amüsierten Publikum zu.
In seinem zweistündigen Programm als ewig mies gelaunter Hausmeister, der geradewegs und immerzu lästert, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, vergleicht der Begge Peder geliftete Frauen mit "Meenzer Schwellköpp" und berichtet über "Scheißdreckbabbler", die eine Laudatio halten. Dies sei eine Art Nachruf für einen der noch lebe. Selbst wenn Begge Peder fünf Mal hintereinander zum scherzhaften Test des Mikrofons das Wörtchen "one" spricht, zeigen sich seine Fans begeistert. Die trockene Monotonie macht´s.
In beigefarbener Cordhose, kariertem Hemd und Hosenträgern nennt er die Dinge schlicht und einfach beim Namen. Mit ausgeklügelten Wortspielen im Baumarkt wie "Dachlatten - wie lang? Für immer!" erntet er den Beifall der Fangemeinde. Mittels bissiger und boshafter Arroganz kommentiert der zynische Hausmeister alles und jeden, sogar den Fußball. Aus allem wird ein Event gemacht und nach 90 Minuten Fußballspiel folgen dann noch 90 Minuten "Scheißgebabbel", lässt der Begge Peder die Zuhörer wissen. Außerdem dürfe man nirgendwo für 30 Millionen volle 25 Meter neben das Tor schießen. Kalkstelzen, rosa Fußballschuhe und selbst die Moderatoren Dellinger und Netzer bekommen ihre Portion Fett ab.
"Die Geschichten sind so schön bleed", freuen sich die Anhänger des Begge Peder. Da wird über die Nachbarn aus dem "Känguruviertel" hergezogen, die mit nix im Beutel große Sprünge machen und Städter, die "aufs Ort ziehen" - die hätte er besonders gefressen. "Hallooo, wie geil ist das denn?", lautet der wiederkehrende Refrain. Karikiert wird auch die Patchworkfamilie, bestehend aus zwei verkrachten Ehen, die Kinder und Möbel "zusammenschmeißen", so der hessische Hausmeister. Ob das Besäufnis beim "Stinkbudenschorsch" oder das Feilen im Nagelstudio, der Begge Peder wettert über tägliche Gegebenheiten und Belange seiner Mitmenschen.
Quelle: http://www.wiesbadener-kurier.de/region/untertaunus/aarbergen/8683156.htm